Burg Nideggen: Von Rittern und Burgfräulein

Im Mittelalter galt sie als uneinnehmbare Festung der Grafen und Herzöge von Jülich, heute ist die Burg Nideggen beliebte Sehenswürdigkeit und Möglichkeit deutsche Geschichte aktiv nachzuempfinden.

Oberhalb der Ruhr im Naturpark Hohes Venn-Eifel thront die Burg Nideggen über der naturbelassenen Landschaft. Sie wurde schon 1177 n.Chr. erbaut, um das Gebiet des damaligen Grafen von Jülich von Ansprüchen des Erzbischofs von Köln zu schützen. Doch handelte es sich erst einmal nur um den Bergfried, also den unbewohnten Wehrturm, der das Aussehen vieler deutscher Burgen prägt. Schnell wurden die Kerker im Keller des Turms berüchtigt und galt als sicherer Aufbewahrungsort für wichtige Gefangene. In den späteren Jahrhunderten wurde die Burg Nideggen immer wieder durch die Grafen erweitert und ausgebaut bis sie schließlich zum Hauptwohnsitz derer von Jülich wurde. Doch in der Neuzeit wude sie durch Kriege und Einzelgefechte immer wieder zerstört, ausgeraubt und innerhalb weniger Jahrhunderte verwandelte sich die einst so stolze Festung zu einer Ruine, die immer weiter verfiel. Gerettet wurde dieBurg Nideggen ausgerechnet durch die Bürger von Nideggen. Im 19. Jahrhundert ergriffen sie die Initiative und legten Geld zusammen, um „ihre“ Burg zu kaufen und vor dem Verfallen zu retten. Sie übergaben die Anlage im Jahr 1905 an die Stadt Düren, die heute noch Besitzer ist. Doch auch im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg Nideggen erneut erheblich zerstört und musste in den Folgejahren aufwendig rekonstruiert und renoviert werden.

Highlight der Burg Nideggen: Das Burgmuseum

Mittlerweile ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Dazu führt nicht nur die beeindruckende Architektur, sondern auch die Nutzung. Im Wohnturm, einem der ältesten Teile der Festung, ist heute ein Burgenmuseum untergebracht, in dem sich Besucher über die zahlreichen Burgen der Eifelregion informieren können. Auf sechs Stockwerken und in insgesamt acht Räumen gibt es originale Artefakte, wie zum Beispiel Rüstungen, Schwerter und Helle Barden ausgestellt. Auch das berüchtigte Verlies im Keller des Turms kann besichtigt werden. Im fünften Stock steht dagegen eher die tolle Aussicht über das Umland im Mittelpunkt. Natürlich gibt es auch Führungen, einen Shop und wechselnde Ausstellungen.

Das jüngere Publikum hat sich bis vor wenigen Jahren besonders für das jährliche Festival interessiert, bei dem an mehreren Abenden berühmte Künstler im Ambiente der Burg auftreten. Dabei waren schon Musiker wie Ich + Ich oder Götz Alsmann, aber auch Comedy Stars wie Atze Schröder. Allerdings haben die Verantwortlichen nicht ausgeschlossen, dass es zu einer Wiederbelebung dieser tollen, kulturellen Veranstaltung kommen kann. Damit wäre die Burg um eine hochwertige Attraktion reicher.

Weiterführende Informationen, Öffnungszeiten und Eintrittspreise unter
http://www.kreis-dueren.de/burgenmuseum/